“PARLEZ-VOUS
SUISSE?“ – 12 THESEN
Eine Plattform von 15 Organisationen für die Förderung der
Sprachenvielfalt und der Verständigung in der Schweiz
1. Die Vier- und Vielsprachigkeit und die kulturelle Vielfalt stellen
für die Zukunft der Schweiz eine wertvolle und unersetzliche Chance
dar. >>
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2. Die Mehrsprachigkeit ist eine kulturelle wie wirtschaftliche Ressource
für die Einzelnen und für die Gemeinschaft. Sie ist eine Chance
für mehr individuelle und soziale Wohlfahrt.
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3. Die vier Landessprachen bilden das Rückgrat unseres kulturellen
und gesellschaftlichen Systems. Hinzu kommen heute vermehrt andere Sprachen
und Kulturen aus der Migration, die es aufzunehmen und zu integrieren
gilt. Dies ist eine Chance für mehr Demokratie. >>
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4. Mehrsprachigkeit und kulturelle Vielfalt betreffen alle Menschen in
diesem Lande. Es ist deshalb Sache des Bundes, die entsprechenden Interessen
über die regionalen und kantonalen Grenzen hinweg wahrzunehmen und,
mit den notwendigen Kompetenzen ausgestattet, eine wirksame, nach dem
Subsidiaritätsprinzip gestaltete Sprachenpolitik zu betreiben. >>
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5. Unterschiedliche Sprachgemeinschaften gehören zum Wesen der Schweiz.
Die Sicherung ihrer Kultur und ihrer Institutionen ist eine Voraussetzung
für das Fortbestehen der Schweiz als Willensnation und ihrer Ausstrahlung
auf ein Europa, welches ebenfalls die Einheit in der Vielfalt sucht. >>
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6. Eine mehrsprachige Bundesverwaltung sowie mehrsprachige Kantone sind
ein fester Bestandteil schweizerischer Identität mit hohem symbolischem
Wert. Deshalb gilt es seitens des Bundes, im Interesse der Allgemeinheit,
beide angemessen zu fördern. >>
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7. Neue Realitäten müssen verstanden werden und schaffen neue
Bedürfnisse. Darum braucht es eine national geförderte Institution,
etwa in Form eines Kompetenzzentrums oder einer entsprechenden Struktur.
Sie soll Mehrsprachigkeit und Multikulturalität systematisch beobachten
und erforschen, Bewusstsein und Verständnis dafür wecken und
die notwendigen Dienstleistungen anbieten.
>>
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8. Die Schule spielt für die Förderung der individuellen Mehrsprachigkeit
und für die Schaffung eines offenen Bewusstseins gegenüber Sprachen
und Kulturen eine entscheidende Rolle. Von der Schule hängt auch
wesentlich ab, ob die Vier- und Vielsprachigkeit unseres Landes tatsächlich
aufrechterhalten und gefördert werden kann. Sämtliche junge
Menschen sollen deshalb das Recht haben, bereits in der obligatorischen
Schule mindestens zwei Landessprachen und eine bedeutende Weltsprache
zu lernen. >>
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9. Ein guter und effizienter Sprachenunterricht ist notwendig, damit die
Schule von den Ansprüchen der Vielsprachigkeit nicht überfordert
wird. Dazu sind einerseits Innovationen im didaktischen Bereich stärker
zu fördern, andrerseits die vielen Austauschmöglichkeiten, die
unser Land bietet, besser zu nutzen. >>
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10. Auch ausserhalb des schulischen Bereichs tragen Begegnungs- und Austauschaktivitäten
zum besseren gegenseitigen Kennenlernen und zur nationalen Kohäsion
bei. Diese Aktivitäten sind auf allen Ebenen zu fördern. >>
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11. Mehrsprachigkeit und kulturelle Vielfalt leben u.a. von der Initiative
und den Aktivitäten zahlreicher Organisationen der Zivilgesellschaft,
die eine unerlässliche Arbeit verrichten. Ihre Unterstützung
gehört zur nationalen Sprach- und Kulturpolitik.
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12. Angesichts ihrer Bedeutung und ihrer Funktion in unserer Gesellschaft
kommt den Medien im Hinblick auf die nationale Kohäsion und die Lebendigkeit
der Sprachenvielfalt eine grosse Rolle zu. Entsprechende Förderungsmassnahmen
zugunsten der Medien sind in diesem Rahmen vorzusehen. >>
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«Die
12 Thesen und Kommentare» herunterladen (PDF)
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